Die Künstlerin Cornelia Sökeland

Die hier gezeigten Fotos wurden an städtischen Orten aufgenommen, die man gemeinhin nicht mit Kunst in Verbindung bringen würde: Friedhofsmauern und besetzte Häuser in Berlin- Kreuzberg, Eisenbahnunterführungen und Telegrafenkästen in Köln- Ehrenfeld, das alte Zechengelände „Zeche Zollverein“ in Essen.

Es handelt es sich bei diesen Aufnahmen aber nicht um „Street Art“, denn es geht nicht um die fotografische Abbildung von Kunst auf der Straße. Die Faszination dieser Orte besteht für mich vielmehr darin, dass hier unbemerkt gestalterische Prozesse ablaufen, die in ihrer Dynamik ganz eigene „Kunstwerke“ hervorbringen: Plakate werden angeklebt und wieder abgerissen, es wird gesprüht, es rostet und blättert. Dadurch erhalten beispielsweise die hier ausgewählten Kinderportraits eine ganz eigene Ausdruckskraft und Dynamik.

Greift man nun einzelne Motive als „Momentaufnahmen“ heraus und vergrößert diese bis hin zur Makrofotografie, so weist man den Fragmenten eine neue Bedeutung zu und sie beginnen, ein Eigenleben zu entfalten.

Während wir normalerweise Objekte in ihrer Gesamtheit wahrnehmen, richtet die Makrofotografie das Augenmerk auf das Detail. Losgelöst von ihrem gewohnten Kontext fordern die Motive den Betrachter nun dazu auf, frei zu assoziieren.


Mail:
C.Soekeland@gmx.de